Terraristik

schildkroete_© motorradcbr - Fotolia
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Terraristik

Beim Kauf einer Reptilie sollten Sie darauf achten, dass sie aus einer Nachzucht stammt und kein Wildfang ist.

 

Es ist zu empfehlen, Aufzeichnungen über Fütterungs- oder Häutungsabstände, Fortpflanzungsaktivitäten und Körpergewicht zu machen. So können Veränderungen im Verhalten des Tieres nicht nur ganz allgemein Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung geben, sondern gleichzeitig auch eine diagnostische Hilfe für den Tierarzt sein. Lethargie, aber auch ständige Ausbruchsversuche, können ebenfalls Hinweise auf unzulängliche Haltungsbedingungen und/oder Krankheiten sein.

 

Appetitlosigkeit außerhalb der Häutungsphase, Auswürgen von Futter, Erbrechen, Durchfall, anormale Bewegungsabläufe, erschwertes Atmen und unvollständige oder zu häufige Häutungen sind offensichtlichere Krankheitshinweise und sollten beachtet werden (Tierarztbesuch).

10 Tipps für die Reptilienhaltung

Reptilienhaltung erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nachstehend finden Sie 10 Tipps, damit sich Ihre Terrarientiere bei Ihnen wohlfühlen:

 

  1. Echsen benötigen den Sachverstand des Besitzers, aber bitte keine Streicheleinheiten!
  2. Für die Gesundheit der Tiere und zum Schutz des Besitzers, ist eine regelmäßige Pflege und Hygiene der Tiere unerlässlich!
  3. Der Kot muss täglich entfernt werden. Dabei sollte die Beschaffenheit kontrolliert werden. Falls sich Kot und Harn im Wasserbecken befinden, muss dieses gründlich gereinigt werden.
  4. Um die Pflege zu erleichtern und Schäden zu vermeiden, sollte das Terrarium überschaubar eingerichtet werden!
  5. Die Tiere sollten so wenig wie möglich durch Arbeiten am Terrarium gestört werden, allerdings ist die nötige Reinigung unerlässlich.
  6. Die Echsen fühlen sich durch jede Störung gestresst, wenn sich auch dadurch die Scheu der Tiere verringert!
  7. Die Tiere brauchen täglich etwas Feuchtigkeit, daher sollten Sie diese regelmäßig besprühen.
  8. Durch regelmäßiges Beobachten der Echsen, erkennen Sie frühzeitig Veränderungen am Verhalten und Aussehen der Tiere.
  9. Zeichnen Sie Veränderungen der Tiere auf, dies kann zu einer wertvollen Hilfe werden, falls Probleme auftreten.
  10. Achten Sie darauf, dass das Terrarium gut verschlossen ist. Ausreißer haben so gut wie keine Überlebenschance!

Fütterung

Leider gibt es nur sehr wenige verständliche und gleichzeitig "richtige" Informationen über das Fressverhalten und die Nahrungsbedürfnisse von Reptilien. Häufig wird der Terrarienhalter zu tierischer Nahrung greifen, obwohl auch pflanzliche Nahrung angebracht wäre. Die Folge davon ist oft ein Calciummangel, der dann durch Zugabe von Mineralpräparaten ausgeglichen werden muss. Viele Echsen, die als Insektenfresser dargestellt werden, fressen gerne auch mal "vegetarisch". So mögen Taggeckos gerne süßes Obst und Agamen stehen z.B. auf reife Holunderbeeren.

 

Zu den grundsätzlichen Fleischfressern zählen die Warane, Teijus und Panzerechsen, die in der Fütterungspraxis Mäuse, Ratten oder ähnlich verfügbare Tiere fressen. Wichtig ist allerdings, dass das ganze Tier verfüttert wird (Versorgung mit Pflanzenbestandteilen und Calcium) und das Beutetier in einem guten Ernährungszustand ist. Die Umstellung auf Totfütterung ist in vielen Fällen möglich.

Als Insektenfresser gelten Geckos, Agamen und Chamäleons. Mögliche Futtertiere sind Mehlwürmer, Grillen, Heimchen, Schaben, Drosophila und Zophobas. Aber auch überreifes Obst, Blätter, Blüten und andere Pflanzenbestandteile werden gerne genommen.

 

Bartagamen sind die Allesfresser unter den Echsen. In der Praxis kann das ein Mix aus nestjungen Ratten, Mäusen und Insekten sowie Eiern, Gemüse und Früchten sein. 

 

Pflanzenfresser sind der Grüne Leguan, Chuckwallas und Dornschwanzagamen. Sie mögen Wildkräuter, Obst (nicht zu viel), Blüten sowie Salate wie Romana, Batavia oder Endivien, aber auch andere Gemüsearten. Bitte keine tierischen Eiweiße, Milch- oder Getreideprodukte verfüttern! Calciumquellen können Sepiaschale (bitte vorher lange wässern), Eierschalen oder Calciumcarbonat sein.

Haltung der Futtertiere

Leider wird den Futtertieren immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Man muss sich aber klarmachen, dass diese Tiere, wenn man sie kauft, meist schon mehrere Tage nicht mehr gefüttert oder getränkt wurden. Nicht allzu selten hat man dann mehr oder weniger leere Chitinhülsen, da die Tiere vollständig ausgezehrt sind. Solche Nahrung ist aber als minderwertig zu beurteilen. Daher auch diese Tiere bitte regelmäßig füttern, z.B. mit Schmelzflocken oder anderem gut verwertbarem Getreide und mit Wasser.

Mineralisieren der Futtertiere

Ein schwieriges Thema bei den insektenfressenden Tieren ist das benötigte Calcium in der Nahrung. Folgen von Calciummangel sind aber in jeder Lebenssituation für Echsen dramatisch. Auch ein Wechseln der Futtertiere ändert nichts an der Situation, denn sowohl Mehlwürmer, Grillen, Heuschrecken als auch Maden zeigen keine wesentlichen Unterschiede in ihrem Calciumgehalt. Eine simple und kostengünstige Methode, den Calciumgehalt von Futtertieren an den natürlichen Bedarf der Echse anzupassen ist es, das Futter von Grillen mit 10% Calciumcarbonat anzureichern.

Vitaminisieren der Futtertiere

Eine noch komplettere Aufwertung der Futtertiere erreicht man, wenn man sie 24 Stunden vor der Verfütterung nicht tränkt und ihnen dann ein angefeuchtetes Vitamin-Mineralstoff-Präparat anbietet. Allerdings muss man eventuell ein bisschen herumprobieren, bis man etwas gefunden hat, was die Tiere dann auch aufnehmen. Beste Erfahrungen habe ich mit einem Gemisch aus Korvimin ZVT und vitaminisierter Bierhefe (50/50) gemacht. Zu beachten ist, dass die Insekten nicht ständig dieses Futter bekommen, sondern nur kurz vor der Verfütterung.

Auch ein einfaches Hineinsetzen der Insekten vor der Verfütterung ist möglich. Die Tiere bestäuben dann ihre Körperoberfläche damit. Manche Echsen nehmen die Futtertiere so allerdings nicht mehr an.

Wenn die Tiere Sand fressen

Wer bei seinen Bartagamen oder anderen Reptilien feststellt, dass die Tiere doch häufiger mal Sand aufnehmen, muss sich darüber im Klaren sein, dass es irgendwann eventuell auch zu einer gefährlichen Sandanschoppung im Darm kommt. Spontan und ohne ersichtlichen Grund fressen die Tiere nicht mehr und haben einen harten, aufgegast aussehenden Bauch. Wer sich für diesen Fall vorsorglich Paraffinum perliquidum (Apotheke, Tierarzt) besorgt und sogleich mit der Verabreichung kleiner Mengen dieser Substanz und warmen Bädern beginnt, kann mitunter sehr effektiv die Sandmengen aus dem Darm mobilisieren. Geht dennoch kein Sand ab, bitte unbedingt zum Tierarzt gehen.  Jeder, der Reptilien hält, weiß, dass es mitunter nötig wird, die Tiere mittels Zwang zu ernähren. Für solche Zwecke sollte man auf jeden Fall eine Knopfkanüle zu Hause haben (einfach beim nächsten Tierarztbesuch nachfragen).

Winterschlaf

Immer öfter kommen Tiere, die an Winterschlaf gewöhnt sind, zu früh oder relativ schlecht aus dem Winterschlaf. Wahrscheinlich spielen hier zu geringe Lichtintensitäten eine Rolle. Lässt man die Tiere in diesem lethargischen, passiven Zustand, verenden sie häufig. Das kann man meistens vermeiden, indem man die Tiere dann wärmer hält und ihnen mehr Licht zukommen lässt.

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